Die Diagnose einer Borreliose ist komplex. Standardtests liefern nicht immer eindeutige Ergebnisse. Hier erfahren Sie, welche Verfahren es gibt und wo ihre Grenzen liegen.
Hinweis: Wir sind eine Patientenorganisation, keine Ärzte. Diese Informationen basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen und ersetzen keine ärztliche Beratung.
Wie die Diagnose einer Borreliose idealerweise ablaufen sollte – und warum viele Patienten zu früh aufgeben.
Der erste Schritt ist immer ein ausführliches Gespräch über Symptome, Zeckenstiche, Reiseanamnese und den zeitlichen Verlauf der Beschwerden. Viele Patienten werden zu früh auf Laborwerte reduziert.
VBCI-Hinweis: Ein erfahrener Kliniker wertet die gesamte Geschichte – nicht nur Blutbilder.
Der ELISA-Test wird als Suchtest eingesetzt, ein positives Ergebnis wird durch den Westernblot bestätigt. Diese 'Zweistufendiagnostik' ist der Standard – hat aber erhebliche Einschränkungen.
Wichtig: Ein negativer ELISA schließt Borreliose NICHT aus. Falsch-negative Ergebnisse sind häufig – besonders im frühen Stadium.
Bei anhaltenden Symptomen trotz negativer Standardtests kommen zusätzliche Verfahren in Frage: der Lymphozyten-Transformationstest (LTT), CD57-NK-Zellen, Seronegative Antikörper oder PCR-Tests aus Speziallabors.
Diese Tests sind nicht in jeder Kassenpraxis verfügbar – VBCI hilft bei der Suche nach geeigneten Spezial-Labors.
Die Diagnose ist keine reine Laborentscheidung, sondern eine klinische Gesamtbewertung. Symptomkombination, Verlauf und Ansprechen auf erste Therapieversuche fließen ein. Gemeinsam mit dem Arzt wird ein individueller Therapieplan entwickelt.
Chronische Borreliose erfordert oft einen erfahrenen Spezialisten. VBCI unterstützt bei der Arztsuche.
Nicht jeder Test ist für jeden Patienten geeignet. Hier die wichtigsten Unterschiede.
Erstscreening über konventionelle Gesundheitssysteme
Der erste Schritt ist meist ein Suchtest (ELISA). Ist dieser positiv, folgt die Bestätigung (Westernblot).
Das Problem: Diese Tests suchen nach Antikörpern, nicht nach den Bakterien selbst. In frühen Stadien oder bei geschwächtem Immunsystem bilden Patienten oft keine messbaren Antikörper („Seronegativität“). Ein negatives Ergebnis schließt Borreliose nicht sicher aus.
Zelluläre Tests & Co.
Viele spezialisierte Ärzte nutzen weiterführende Verfahren wie den Lymphozyten-Transformationstest (LTT).
LTT: Dieser Test misst nicht Antikörper, sondern die Reaktion der T-Lymphozyten auf Borrelien. Er kann Hinweise auf eine aktive Infektion geben, auch wenn Antikörper fehlen. Dieser Test ist meist keine Kassenleistung.
CD57-Test: Ein Marker für die Aktivität der natürlichen Killerzellen (NK), der bei chronischer Borreliose oft erniedrigt ist.
Die Grenzen der Labordiagnostik dürfen nicht die Grenzen der Behandlung sein. Ein negativer Test schließt eine Borreliose nicht aus, wenn das klinische Bild spricht.
Erfahrene Borreliose-Spezialisten behandeln Menschen, keine Laborwerte. Wenn das klinische Bild (Symptome, Geschichte) stark für eine Borreliose spricht, kann eine Therapie auch ohne positiven Labornachweis gerechtfertigt sein.
Therapieoptionen ansehenWenn Sie eines dieser Kriterien erfüllen, sollten Sie aktiv nach einem Borreliose-erfahrenen Arzt suchen.
Anhaltende Symptome trotz negativem Labortest
Negative Tests, aber eindeutige Vorgeschichte eines Zeckenstichs
Anhaltende Müdigkeit, Gelenkschmerzen oder neurologische Symptome
Symptome verändern und verschlechtern sich schubweise
Frühere Standard-Antibiotika brachten keine nachhaltige Besserung
Verdacht auf Co-Infektionen (Babesien, Bartonellen, Rickettsien)
Diese medizinischen Fachinformationen dienen der wissenschaftlichen Aufklärung und der Orientierung für Betroffene. Sie stellen keine medizinische Beratung, individuelle Diagnose oder ein Heilversprechen dar und können den persönlichen Arztbesuch nicht ersetzen.
Verein zur Bekämpfung Chronischer Infektionskrankheiten e.V. (VBCI e.V.) – Wissenschaftliche Patientenorganisation.
Chronische Infektionen erfordern fundiertes Wissen und individuelle Lösungsansätze. Unsere Experten begleiten Sie auf dem Weg zur richtigen Diagnose.
Wenn Sie uns kontaktieren, behandeln wir Ihre Daten vertraulich. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzerklärung bezüglich der Verarbeitung personenbezogener Daten. Mit der Kontaktaufnahme stimmen Sie dieser zu.
Spezialisierte Ärzte, Umweltmediziner und akkreditierte Labore
Spezialdiagnostik: EliSpot, Borrelien-LTT, CD57+ NK-Zellen, Co-Infektions-Panels
Akkreditiertes Fachlabor: Lymphozytentransformationstest (LTT), Zytokinprofile, Autoimmunität
Multimodale Borreliose- & CFS-Therapie, Infusionstherapie, Biofilm-Management
Interdisziplinäre Chroniker-Medizin, Neuroborreliose, Mitochondriale Medizin
Spezialambulanz für Zeckenerkrankungen, CFS/ME Differenzialdiagnostik, Long-COVID
Unabhängige Betroffenenberatung, Vermittlung von Zweitmeinungen, Leitfäden